CDU-Rebell Wolfram Wickert: „Ich würde auch gegen Friedrich Merz antreten“

Shownotes

Im September stellt sich Kai Wegner seiner Wiederwahl zum Regierenden Bürgermeister von Berlin. Und beim Nominierungsparteitag Anfang Juni sollte er von der CDU ohne Gegenkandidaten gekürt werden. Doch dann fuhr ihm überraschend der 85 Jahre alte Wolfram Wickert in die Parade, Bruder der Tagesthemen-Legende Ulrich Wickert. Warum er diesen Schritt wagte, erzählt Wickert in dieser Ausgabe des Cicero Podcasts Politik.

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Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der Juni-Ausgabe von Volker Resing über Papst Leo XIV: "Der stille Machthaber vom Stuhl Petri"

Inhalt Podcast:

04:13 "Natürlich war das ein Überraschungsmoment, aber man muss auch sehen, ich habe in den Wochen vorher immer wieder die Leute bei uns im Kreisvorstand und Mitglieder gesprochen und sagten, ja, findet ihr Weg nach, oh nein, um Gottes willen sage ich, wählt ihr ihn denn auf dem Landesparteitag? Nein, nein, nein." (Wolfram Wickert)

05:58 "Wohin führt er die CDU Berlin? Denn Berlin hat ja eine Identität und eine historische Bedeutung. Und wenn man die goldenen Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts sieht, was haben die in solchen wechselnden politischen Situationen, was haben sie für Entscheidungen getroffen? Hier fehlt das alles." (Wolfram Wickert)

20:14 "Ich bin entsetzt über die Brandmauer. Das ist ja eine ganz undemokratische Geschichte, wenn man sieht, dass also bei der letzten Wahle hatten die AfD zehn Millionen Wähler, die kann man doch nicht einfach ausschließen. Also man muss zumindest mit denen reden, ob da was rauskommt oder nicht, also aber grundsätzlich zu sagen, ne, mit euch nicht. Und dann gibt es ja auch die Brandmauer zu den Linken. Das ist ja genauso ein Unsinn." (Wolfram Wickert)

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich würde im Sozialsystem reingehen.

00:00:02: Wie ist der Missbrauch und wo kann man da irgendwelche Akzente setzen?

00:00:08: Das wäre die erste Sache, denn Finanzen in den kommenden Jahren werden ein großes Problem in der Stadt.

00:00:16: Und keiner der gegenwärtigen Kandidaten spricht es an!

00:00:28: Hallo, hier ist Alexander Magier.

00:00:30: Ich bin der Schiffredakteur von Cicero heute zu Gast in unserem Podcast Politik Wolfram Wickert.

00:00:37: Wolfram wickert wohnt in Berlin, ist uf'n achtzig Jahre alt und schaut zurück auf ein bewegtes Leben das immer viel mit Politik zutun hatte und zwar beruflich wie privat.

00:00:47: Mein Gast hat unter anderem eng zusammengearbeitet mit Bundeskanzlern von Helmut Schmidt über Helmut Kohl und Gerhard Schröder bis zur Angela Merkel.

00:00:55: Er kam in Shanghai, wo sein Vater Erwin Wiggert als erster Rundfunkattasche des Auswärtigen Dienstes stationiert war.

00:01:05: Konrad Adenauer war sein Großonkel und sein jüngerer Bruder ist übrigens Ulrich Wiggart, den natürlich viele noch als ehemaligen Tagesthemen-Moderator kennen.

00:01:14: Außerdem ist Wolfram Wiggardt Mitglied der Berliner CDU und hat sich in diesem Zusammenhang unlängst auf ein echtes Himmelfahrtskommando eingelassen.

00:01:24: Genau darauf Und noch viel mehr kommen wir gleich zu sprechen.

00:01:27: Herzlich willkommen Wolfram Wiggert!

00:01:30: Hallo, vielen Dank für die Einladung Herr Magier.

00:01:33: Herr Wiggart ich löse schon gleich das Rätsel der Anmoderation.

00:01:37: erst vor wenigen Tagen nämlich am neunten Juni hat die Berliner CDU ihren Landespartei-Tag abgehalten.

00:01:44: Bekürt wurde als abermaliger Kandidat für die bevorstehende Wahl zum Abgeordnetenhaus.

00:01:49: der regierende Bürgermeister Kai Wegner.

00:01:52: Wegner bekam dann auch die Delegiertenstimme.

00:01:56: Allerdings gab es überraschend einen Gegenkandidaten, nämlich wie?

00:02:01: Und immerhin haben achtzehn Delegierte für sie votiert.

00:02:04: Was hat sie denn geritten, Kai Wegner herauszufordern?

00:02:07: Ja

00:02:08: also das ist ganz einfach!

00:02:10: Ich fühle mich als Delegierter verpflichtet an den Parteimitgliedern und ich finde dass Die Große Koalition hier in Berlin in den letzten drei Jahren keine großen politischen Fragen gelöst hat.

00:02:27: Also zum Beispiel in der Umweltpolitik, in der Verkehrspolitik.

00:02:31: Da hat Wegner versprochen... Freien Verkehr für alle Verkehrsteilnehmer.

00:02:37: Iris Spranger und Franziska Giffey haben dasselbe gesagt, im Senat.

00:02:43: Das sind die Wirtschaftssinnertoren?

00:02:44: Und die so ... Nee, aber Iris Springer ist ...

00:02:48: Inneres, glaube ich.

00:02:49: Inneres natürlich, genau, in den Sinnaturen auch beide von der SPD.

00:02:52: Beide von der SPD also die Politiker der großen Koalition haben freien Verkehr Für alle Verkehrsteinnehmer versprochen.

00:02:59: Ich rede aber natürlich hauptsächlich für die CDU weil ich CDU mitgegeben bin.

00:03:04: Und das, was mich so irritiert ist.

00:03:06: Das dann in den Bezirken zum Beispiel in Pankow oder Charlottenburg die CDU mit den Grünen partiert und dass die SPD in Mitte-Lichtenhain-Kreuzberg mit der SPD partiert

00:03:27: Polar aufsteht.

00:03:27: Ja, sicher

00:03:29: so ist das.

00:03:29: Aber das einmal höhen und einmal hot...

00:03:34: Was

00:03:34: wollen die nun?

00:03:35: Mehrheiten muss man finden!

00:03:37: Und wie geht es denn weiter in den nächsten Jahren?

00:03:41: Ich glaube Sie halten Kai Wegner insgesamt nicht für den geeigneten Kandidaten.

00:03:45: Das habe ich zumindest aus Ihrer Bewerbungsrede herausgegeben.

00:03:50: Ich finde, wenn die CDU ein neues Gesicht aufstellt, dass das einen ganz neuen Impuls in die Berliner Politik wirft.

00:03:59: Also viele hätten da wahrscheinlich eher an den, weiß ich nicht, an den Finanzsenator Stefan Evers gedacht jetzt nicht unbedingt an Wolfram Wicker.

00:04:06: Da kamen doch eine gewisse Überraschungsmomente, ne?

00:04:10: Ja natürlich

00:04:12: war das sein überraschungsmoment.

00:04:14: aber man muss auch sehen In den Wochen vorher immer wieder die Leute bei uns im Kreisvorstand und Mitglieder gesprochen.

00:04:23: Und sagten, wie findet ihr Weg?

00:04:27: Oh nein!

00:04:28: Oh Gott, es fehlen solche Wilde Ihnen denn vom Landespartei-Tag?

00:04:32: Nein, nein, nein.

00:04:33: Kaum waren sie im Saal, im Landesparteitag waren Sie also... hoch mit Hut, gerade mal kamen sie.

00:04:42: Soll man auch wählen?

00:04:43: Das war hier ursprünglich vorgesehen, dass er allein antritt und dann kam plötzlich eine Gegendkandidat.

00:04:48: Und deswegen musste sogar geheim abgestimmt werden.

00:04:50: das war überhaupt nicht vorgesehene.

00:04:51: Ja

00:04:51: und diese Geheimabstimmung das war natürlich insofern was verrückt ist weil das dann mir zurück schlug denn der Weg hat so viel Stimmen gekriegt zu ein neunzig Komma sechs oder drei neunzeig Prozent Und ich stand da mit ein paar Stimmen in der Hosentasche und das war eindeutig klar, dass sie mich nicht wollten.

00:05:13: Ja, achtzehn sind ja auch schon was.

00:05:14: also... Das ist ja den Anfang!

00:05:16: Aber ein weiter Grund ist einfach man macht eine Politik nimmt die Stimmen oder die Themen der anderen und wenn man das Problem der Anderen löst steht die Opposition da auf dem Trocknen und weiß nicht mehr, was sie sagen

00:05:33: sollen.

00:05:33: Bei Merkel ist das asymmetrische Demobilisierung glaube ich.

00:05:37: Ich nehme den anderen die Themen weg dann sollen Sie mal gucken, wo sie bleiben?

00:05:39: Ja

00:05:39: aber das Problem bei Merkel oder bei Wegner ist dass die selbst keine Antworten hatten Und dann standen sie genauso schlau da wie die Opposition.

00:05:50: Also ich habe keine Lösung für die Probleme, die die Anderen haben.

00:05:52: Das ist natürlich nicht so toll!

00:05:54: Ja und das war der Punkt wo ich sagte wohin führte die CDU?

00:06:00: Denn Berlin hat ja eine Identität und eine historische Bedeutung.

00:06:05: Wenn man die goldenen zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts sieht, was haben sie in solchen wechselnden politischen Situationen?

00:06:15: Was haben die für Entscheidungen getroffen?

00:06:18: Hier fehlt das an!

00:06:19: War

00:06:19: denn Spandau woher Herr Kai Wegener kommt in den zwanzigern jahrenüberschen Teil von Berlin?

00:06:23: Ich weiß es gar nicht.

00:06:24: Das

00:06:24: weiß ich auch nicht... wo es sich Spandau ansprechen.

00:06:30: Meines Erachtens ist die CDU im Westteil zu stark, die unterdrücken zu viel.

00:06:37: oder die kungeln nicht irgendwas zusammen?

00:06:40: Ja

00:06:40: gut, Kungelei in Berlin in den Parteien.

00:06:42: das gehört also gewissermaßen zur DNA glaube ich.

00:06:46: Das war immer so ja gut aber es kommt nichts bei raus.

00:06:50: Wenn man sieht halt einser wenn man sieht wie Weizsäcker oder Diebken Wie die Politik gemacht haben, das finde ich ein anderes Kapitel.

00:07:04: Von Willi Brandt ganz zu schweigen.

00:07:10: Also gesetzt den Fall!

00:07:12: Sie hätten jetzt nicht nur bei dem Parteitag gegen Kai Wegner ob sie, sondern ihre Partei hätte dann... ein Prospektiv, die Wahl zum Abgeordnetenhaus gewonnen.

00:07:22: So würden sie sich trotz ihres Recht fortgeschrittenen Alters von fünfundachzig Jahren zutrauen, die deutsche Hauptstadt zu regieren?

00:07:28: Also da ist sehr gute Frage!

00:07:31: Das ist natürlich auch eine, die ich mir ganz gleich zum Anfang auch gestellt habe.

00:07:37: Aber Konrad Adenauer hat mit sechsten achtzig noch reagiert und ich fühle mich eigentlich fit und ich muss sagen, ich hab auch überlegt wie machst du

00:07:46: das?!

00:07:47: wenn das also gelingen sollte.

00:07:52: Und da dachte ich auch an einen Konrad Adenauer und an de Gaulle, denn der Gaulle war öfter in Bonn und da haben wir zu Hause öfter besprochen wie er regiert und sich so in der Öffentlichkeit darstellt und er hatte ein System was ganz strengbar Also und Ardenauer auch, die hatten ganz gewisse Zeiten wo sie was machten.

00:08:23: Wo sie Schäste machten oder Mitteressen gingen und so.

00:08:27: Das war schon sehr strikt!

00:08:30: Und der Degul, das hat mich so beeindruckt... Der hat einen Offizier eingestellt, der musste von allen Ministern die Telefonate anheben, damit er das nicht muss und er nicht den Ärger mit der Frau oder den Kindern so mitkriegt.

00:08:46: Und wenn was Wichtiges war, hat er dann zurückrufen.

00:08:51: So habe ich da etwas gedacht.

00:08:54: So hätten Sie auch regiert?

00:08:55: Das ist ein Telefondiplomatie!

00:08:58: Wir haben ja jetzt geklärt wie lange sie schon in Berlin sind also seit ... Ja, seit fast thirty-six Jahren mittlerweile.

00:09:06: Wie hat sich denn die Stadt Ihrem Empfinden nach insbesondere in den vergangenen Jahren verändert?

00:09:11: Also die wird etwas langweiliger.

00:09:15: sprudelte ja vor Leben und Diskussionen in den neunziger Jahren, in den nuller Jahre auch noch.

00:09:24: Aber ich höre jetzt immer wieder, ach es wird langweiliger.

00:09:28: die und dann die Sammler ziehen ab die Galerien und so.

00:09:33: das ist nicht mehr so.

00:09:34: die Filme die Verlage werden komischerweise langweicht.

00:09:38: die literatur das gibt ja diese graphic novels und so.

00:09:43: diese großen themen fehlen so ein bisschen.

00:09:47: Und dass theater treffen dieses jahr.

00:09:50: ich war jetzt nicht da weil es hieß, es gibt nur es gibt theaterstücke fünf eine halb stunden sieben halb Stunden.

00:09:58: und die kritiker die ich hörte die sagten Ja also großen Themen hat's nicht gegeben Das war alles immer ein bisschen mehr Klamauk oder so.

00:10:08: So Mainstream!

00:10:09: Ja,

00:10:10: aber fünf Stunden Theater oder sieben Stunden wie früher bei Caster auf Faust das ist schon eine echte Zumutung also muss man wollen.

00:10:18: Aber jetzt noch mal, also wir leben in Berlin und der neue regierende Bürgermeister heißt nicht Kai Wegner und auch nicht Stefan Krach.

00:10:25: Sondern Wolfram Wickert ist den neuen regierenden Bürgermesser von Berlin.

00:10:29: Wir freuen uns.

00:10:30: wo setzt der regierender Bürgemeister Wickerd seine Schwerpunkte?

00:10:33: Seine politischen Aktien?

00:10:35: Ich hätte natürlich als erstes Mal die Sparpolitik in der Politik beendet.

00:10:41: Also ich hätte das nicht weiter gegenwärtigen Abbau gemacht, so wie das bisher geschehen ist.

00:10:49: Weil wir international werden wir als Kulturmetropole gesehen und nach unserer Kultur eingeschätzt – Theater-Szene, Kleinkunst….

00:11:02: Das finde ich sehr riskant!

00:11:04: Ich würde im Sozialsystem reingehen.

00:11:06: Wie ist der Missbrauch?

00:11:09: Wo kann man da irgendwelche Akzente setzen?

00:11:14: Sache, den Finanzen in kommenden Jahren werden ein großes Problem.

00:11:20: In der Stadt und keiner der gegenwärtigen Kandidaten spricht es an.

00:11:25: Die sind schon ein Riesenproblem.

00:11:26: nur die meisten Sozialleistungen sind Pflichtleistung.

00:11:29: da können sie auch als Regierende Bürgermeister gar nicht so einfach rangehen.

00:11:32: Ja

00:11:32: aber das gibt den Missbrauch.

00:11:34: Das ist wohl so, die im Herzen werden.

00:11:36: Es ist natürlich keine einfache Aufgabe aber eine wie Sie es sagen wichtige und ehrenvolle Aufgabe.

00:11:43: ich will trotzdem nochmal auf die Kulturszene zurückkommen.

00:11:46: sie sind ja Unter dem Künstlernamen Lao Lang, ich nehme mal an das geht auf ihre chinesische Herkunft zurück.

00:11:53: Auf nicht Ihre chinesisch herkommt Ihre Chinesischen Geburtstort so!

00:11:58: Also mir gegenüber sind es kein Chinesum, dass Sie mal klarzustellen.

00:12:02: Also sie sind jedenfalls auch als male aktiv und... Das habe ich ja schon gemerkt, sie interessieren sich für die Berliner Kulturszene.

00:12:09: Jetzt muss man doch mal fragen ob nicht bei Lichtebesehen wir in Berlin doch ein bisschen was die Kultur angeht über unsere Verhältnisse leben?

00:12:16: Also wir haben allein drei Opernhäuser, also die Staatsoper unter den Linden, die deutsche Oper, die komische Oper und die Theater habe ich jetzt gar nicht alle durchgezählt das sind sehr viele.

00:12:28: Muss man sich schon fragen ob wir was das angeht in Berlin dann doch über unsere.

00:12:36: Ich habe deutsche Eltern und bin in Shanghai geboren.

00:12:39: Daher meine Schlitzohren, sage ich immer.

00:12:43: Natürlich leben wir auf einem hohen Niveau.

00:12:46: Das ist natürlich klar.

00:12:47: Und ob man das zusammenlegt oder so ... Bisher wird das anerkannt weil durch die Teilung kommen zwei Staaten quasi zusammen.

00:13:01: Dieses Zusammenwachsen der von Ostberlin und Westberlin ist diese Situation entstanden.

00:13:10: Aber auch hier wird nichts gelöst, das wurde mal kurz diskutiert aber dann traute man sich nicht.

00:13:17: In einer Denkschrift zu Ihrer Kandidatur jedenfalls die mich erreicht hat da haben sie geschrieben Die beiden in Berlin regieren ein Parteien, also CDU und SPD würden... Und jetzt zitiere ich, sie sind am Anfang schon bisschen drauf eingegangen.

00:13:30: Würden einem linksgrünen Mainstream folgen?

00:13:33: Was genau meinen Sie damit und woran machen Sie das fest?

00:13:36: Also wo merkt man den linksgrün Mainstream?

00:13:39: Links wäre ja noch okay solange die SPD halt dabei ist aber grün ist er dann könnte man sagen eigentlich nicht unbedingt notwendig wenn die Grünen eben auch In der Regierung

00:13:52: dabei sind.

00:13:53: Also längst grün ist für mich, die Probleme nicht lösen sondern nach Ideologie vorzugehen.

00:14:01: also Verkehrspolitik umwelt.

00:14:05: wir machen Umweltpolitik und retten das den Klimawandel durch ein Papolla oder durch einen Kiez.

00:14:13: Oder wir müssen die Restaurants in Mitte abends um zwanzig Uhr schließen.

00:14:19: Damit keine aus dem Theater mehr ... Ich sage immer, die Grünen, wenn sie von den Sperrstunden reden, sag ich immer das sind Schnarchkaspar!

00:14:29: Also wenn man bedenkt wie lebendig Westberlin war in der Zeit der Teilung da gab es überhaupt keine Sperrtunde.

00:14:37: Holzberger

00:14:38: Nächte sind langweilig.

00:14:39: Ja, genau!

00:14:40: Gebrühter Blattschusswaren.

00:14:41: Genau,

00:14:42: ja, ja.

00:14:43: Das liebt was ich sehr gerne mag also.

00:14:46: Schauen wir doch jetzt mal über die Grenzen von Berlin hinaus.

00:14:49: und weit im Bund regieren ja CDU CSU eben auch mit der SPD.

00:14:55: Und ich gehe wahrscheinlich nicht so weit wenn ich jetzt behaupte dass diese Koalition den Reformerwartung bisher nicht so ganz gerecht geworden.

00:15:03: Es leben sich da zwei, beziehungsweise drei Parteien.

00:15:06: mit der CSU, lieben sich dort zwei und drei Bündnispartner gegenseitig weil sie eben doch zu unterschiedlich ticken als das große Ganze der gemeinsamen Nenner gefunden werden könnte.

00:15:20: Also das finde ich ein ganz großes Problem zeigt eigentlich, dass dieses Parteinsystem zerfällt und keiner mehr eine Richtlinie macht.

00:15:33: Sondern die SPD kommt und sagt... Also wenn wir das so machen wie ihr CDU-Leute, dann kriege ich Ärger mit den Users.

00:15:43: Und umgekehrt, wenn der Klingbeil mit Peter Rente kommt ... Das geht überhaupt nicht!

00:15:49: Dann krieg' ich Ärgere mit denen oder mit jenen Die regieren nicht für das Land, sondern für die eigene Partei und für die eigenen Splitterparteien oder Gruppengruppierungen in der Partei.

00:16:03: Das ist das große Problem.

00:16:04: Jetzt muss ich mal nachfangen weil sie sind ja alt genug dass Sie es erlebt haben und sich auch noch dran erinnern können.

00:16:09: Es gab schonmal eine große Koalition nämlich unter Kurt Georg Kiesinger.

00:16:13: also lang ist sehr und diese Koalition Genau, diese Qualität war gar nicht so unerfolgreich rückblickend.

00:16:20: Warum hat es damals geklappt was heute nicht mehr funktioniert?

00:16:23: Ja also ich glaube die... Es fehlt das Profil!

00:16:27: Es fehlen Zivilcourage, es fehlt der Mut wie damals.

00:16:31: Damals war so eine richtige Zeit.

00:16:36: wir bauen Deutschland wieder auf nach dem Krieg und wir müssen etwas tun und die Ärmel hochkrempeln Heute, uns geht's ja gut Vielleicht können wir das ein bisschen rausschieben und...

00:16:49: Mach mal ein paar Schulden mehr, dann sieht es schon aus.

00:16:53: Wie man mit den Schulden umgeht, herrlich.

00:16:57: Es wird zu wenig nachgedacht über die Folgen und es gibt keine großen Ziele.

00:17:05: oder sie werden wieder von März angesprochen aber dann fehlt der Mut und die Kraft das durchzusetzen.

00:17:14: Sie selbst waren ja viele Jahrzehnte lang Mitglied der SPD, aus denen sie dann zwanzig elf ausgetreten sind.

00:17:19: Woran lag das?

00:17:20: Warum sind sie da weg?

00:17:21: Eigentlich geht man doch von der SPD nicht wechseln wie mit der katholischen Kirche oder einmal die SPD immer in den SPD.

00:17:26: Also mit außen.

00:17:27: Ja also ich bin zwei Jahre nach Neudele nach Indien gegangen und habe gesagt Leute in der Zeit möchte ich meine Mitgliederbeitrag nicht bezahlen hab das im Bundesgeschäftsführung abgesprochen Und die haben den Brief dann hier in Berlin, im Papierkorb geworfen und das weit Geld wieder eingezogen.

00:17:51: Als ich zurückkam, sagten sie, wir haben überhaupt nichts im System, weil er es im Papiekorb gefahren hat.

00:17:59: Dann steigerte sich das immer höher.

00:18:04: So hat das keinen Vertrauenes-Zweck.

00:18:09: Auch schon, warte mal, fünfzehn Jahre Mitglied in der CDU und dürften als CDUler doch einigermaßen mit befremden Beobachten wie das im Moment für ihre Partei den Bach untergeht.

00:18:23: Also die neuesten Zahlen sagen Union um die zwanzig Prozent, AfD inzwischen bei knapp dreißig Prozent.

00:18:29: Muss man sich mal auf die Zunge zergehen lassen?

00:18:33: Was ist denn da los?

00:18:34: Was muss denn passieren damit es irgendwann für die Union dann vielleicht doch noch einmal nach oben geht?

00:18:38: oder sind das sowieso, sind das Tempipassagen?

00:18:40: Sie meinen jetzt die Berlin als CDU-Mitwürdig?

00:18:41: Nein insgesamt!

00:18:42: Insgesamt!

00:18:44: Also ja sie müssen Politik machen, die müssen Probleme lösen.

00:18:51: Das ist das Hauptproblem.

00:18:53: Konrad Adenauer hat doch und hat zum ersten Mal über fünfzig Prozent Stimmen gewonnen.

00:19:05: Und hier, wie Eiern die oben seit zehn, fünfzehn Jahren ... Da müssen wir aufpassen, da kriegen wir gegen Wind da oder dort.

00:19:13: Natürlich muss man gegen Wind nehmen!

00:19:15: Ja also ohne dass wir Hörner senken.

00:19:21: Wo Sie jetzt gerade nochmal auf Konrad Adenau zu sprechen haben.

00:19:23: Ich hatte es ja gesagt, das war Ihr Großonkel.

00:19:25: Haben sie den noch in Erinnerung?

00:19:28: Haben Sie ihn auch richtig so im familiären Umfeld erlebt?

00:19:32: Also ich habe ihn wieder erlebt vor allen Dingen.

00:19:35: Wir waren ja in Paris!

00:19:37: Und weil mein

00:19:39: Vater

00:19:40: an der NATO-Vertretung

00:19:41: war.

00:19:43: Dann kam er natürlich öfter vorbei und da sind wir immer hingegangen, wenn er kam hatten wir Freikarten und haben geguckt durften in der Runde gucken.

00:19:53: Ich will jetzt noch mal auf die Gegenwart zu sprechen kommen.

00:19:56: Alle reden natürlich ganz viel über die AfD, weil sie halt auch so stark geworden ist und alle reden über die Brandmauer.

00:20:03: Soll es die geben?

00:20:04: Sollts die nicht geben?

00:20:05: Können wir mit der AfD sprechen?

00:20:06: können wir mit denen abstimmen?

00:20:07: sollen wir mit den Politik machen oder darf das auf gar keinen Fall sein?

00:20:11: Der Hintergrund war ja ursprünglich schon Wir marginalisieren diese Partei Wofür's auch gute Gründe gibt Aber gebracht hat es nichts, sonst würde sie jetzt nicht bei knapp dreißig Prozent stehen.

00:20:24: Tendenz weiter steigt!

00:20:25: Also was halten Sie denn von dieser Brandmauer?

00:20:29: Frage ich Sie als jemand der einfach schon wirklich weit zurückblicken kann, was die politischen Geschehnisse in Deutschland haben.

00:20:38: Ich bin entsetzt über den Brandmauern.

00:20:41: Das ist eine ganz undemokratische Geschichte Wenn man sieht, dass bei der letzten Wahl hatten die AfD zehn Millionen Wähler.

00:20:51: Die kann man doch nicht einfach ausschließen.

00:20:55: Man muss zumindest mit den Reden, ob da was rauskommt oder nicht ... Aber grundsätzlich zu sagen, nee, mit euch nicht.

00:21:05: und dann gibt es auch die Brandmauern.

00:21:07: zu den Linken.

00:21:08: Das ist ja genauso einen Unsinn.

00:21:10: also...

00:21:11: Da ist sie jetzt aber nicht ganz so massiv sag ich mal.

00:21:14: ne?

00:21:15: Ist ja schon absehbar in Sachsen-Anhalt.

00:21:18: Wenn die AfD nicht die absolute Mehrheit erringt, dann wird die CDU auf jeden Fall mit der Linkspartei ich sage mal nicht koalieren aber sich zumindest dulden lassen müssen.

00:21:27: Also so die Brandmauer zu linken ist... Ich will jetzt die beiden Parteien auch gar nicht irgendwie auf eine Stufe setzen?

00:21:33: Nein man kann die auch nicht auf eine Stufe setzen!

00:21:36: Es ist nur eine Frage wie löst man Probleme wenn man sagt wir reden dich mit euch gibt es auch keinen Gibt es keine Lösung?

00:21:46: Das ist

00:21:47: wahrscheinlich so.

00:21:48: Und wenn so viele Wähler dann zu denen rennen und wenn ich also hier alte Kumpelfragen aus Potsdam, aus dem Neunzigerjahr haben die sagen Also ihr werdet euch wundern Die werden irgendwann haben sie über fünfzig Prozent.

00:22:04: Ja das braucht gar nicht über Fünfzig Prozent.

00:22:06: also in Sachsen-Anhalt reichen schon glaube ich Zweiundvierzig Prozent je nachdem ob die SPD es rein schafft in den Landtag oder nicht.

00:22:12: aber da reichen paar Paaren, um die absolute Mehrheit zu erringen und dann den Ministerpräsidenten stellen können.

00:22:22: fragt sich wie vor dem Hintergrund dieser Brandmauer dann eigentlich zum Beispiel im Bundesrat miteinander gearbeitet werden soll.

00:22:29: Also sie können ja nicht sagen, wir schließen die komplett aus wenn die AfD ein Bundesland regiert und sitzt halt auch in einem Bundesland und man muss überhaupt mit denen dann irgendwie

00:22:37: produzieren machen.

00:22:38: Ja das irgendwie zerfällt dieses ganze Parteinsystem.

00:22:41: der eine macht das unter andere Hühe aber die finden nicht zusammen.

00:22:46: Das ist das große Problem der Gedanke, weswegen ich auf die Bühne gegangen bin und gesagt haben Leute Vorsicht.

00:22:58: Ja finde ich gut ne?

00:22:59: Meckern kann jeder aber selber machen ist doch noch mal was anderes.

00:23:03: Der Berliner meckert gerne!

00:23:06: Wir als es tun ist wie wollen nur krasser.

00:23:10: Also wir haben ja in ihrem Beruf in Ihrem Leben von Konrad Adlerhau schon mal angefangen bei Konrad-Adlerdauer angefangen.

00:23:16: Sie haben viele Bundeskanzler persönlich kennengelernt im beruflichen Zusammenhang.

00:23:21: Wer hat sie am meisten beeindruckt?

00:23:23: Und warum?

00:23:24: Helmut Schmidt hätte ich fast gedacht.

00:23:26: Sind Sie mit Helmut Schmitt in die SPD auch gegangen oder war das Willi wegen

00:23:30: Willi?

00:23:31: Nein, es war Willy Brand.

00:23:32: da wir mein Bruder und ich hatten... Wir waren nur so'n Sechziger und wir hatten so Sprüche drauf, keiner darf mehr als fünftausend D-Mark verdienen und so.

00:23:41: Da haben sich später aber nicht dran gehalten!

00:23:46: So war die Situation damals eben mit.

00:23:50: Ich dachte, die meisten sind eigentlich wegen der Ostpolitik in die SPD gegangen oder mehr Demokratie wagen aber nicht weil es ein Gehaltsdeckel bei fünfters...

00:23:57: Nein das war vielmehr nur gerade ein.

00:23:59: Das war so ein Spruch, den wir mit dem habe ich meinem Bruder gerade vor kurzem drüber geredet.

00:24:05: Wenn man die Grünen, die wollen doch dass hier Poller und so Umwelt retten sagt er ja nimm das nicht so ernst.

00:24:12: wie haben wir früher auch gesagt Mehr als fünftausend Dollar darfst du nicht verdienen oder so.

00:24:18: Waren Sie aber wahrscheinlich jünger, als die meisten Grünen, die heute Politik machen?

00:24:21: Ja ja wir waren so fünf, zwanzig.

00:24:24: Jungs sind da ja...

00:24:26: Also Helmut Schmidt, ich habe angefangen unter Willy Brandt und Conrad Alas, persönlicher Referent von Conrad Arlas im Bundespresse.

00:24:35: Genau alles war damals Regierungssprecher ne?

00:24:38: Konny

00:24:38: Alas!

00:24:46: Der Schmidt hat mich echt beeindruckt, weil er ganz zielstrebig arbeitete.

00:24:53: Er sagte ich will das und der hat die Leute zusammen gebrüllt wenn sie das nicht machen was ihr wollte oder wenn die das auch nicht begriffen.

00:25:05: Wenn einer kam und sagte, können wir nicht einen kleinen Schlenker machen.

00:25:12: Das war also sehr gefährlich bei ihm.

00:25:15: Und ich habe auch erlebt, dass er so bestimmte Geheimpapiere oder so vor uns verbrannt hat.

00:25:23: Helmut Schmidt sagt das um, was darf niemand wissen?

00:25:27: Also der war ganz zielstrebig!

00:25:29: Heute haben wir ein Bundeskanzler, der kündigt viel an – ich sage mal Herbst der Reform oder links ist vorbei

00:25:33: etc.,

00:25:34: Pipi Und kann das dann nicht einhalten?

00:25:36: Das ist natürlich, sagen wir mal, eine schlechtes Erwartungsmanagement.

00:25:41: Sie selbst haben ja gesagt – ich nehme mal an, das war ironisch gemeint aber es steckt vielleicht doch ein Kern Wahrheit drin – dass sie vielleicht auch gegen Friedrich Merz antreten sollten!

00:25:57: Sehr gut also... Ich hatte natürlich sehr viel Wind gegen mich.

00:26:01: Ja,

00:26:01: das

00:26:02: glaube ich!

00:26:02: Und die haben mich also da wie die Kletten voll grauenhaft...

00:26:06: Sie sind jetzt was?

00:26:07: Die Wegnerleute oder so die...?

00:26:09: Die

00:26:09: Weglerleute, ja.

00:26:10: Also eigentlich auch die Leute mit denen, die es so gesprochen haben und die alle sagten nahe weh.

00:26:15: So

00:26:15: die klassische Berliner Zeritenmuffin.

00:26:17: Genau.

00:26:19: Und verschämt dass du gegenkandidiert hast.

00:26:21: Da sage ich bitte Vorsicht, ich trete auch gegen März an wenn ihr hier so weiter stenkert.

00:26:28: Weißen wir schon von seinem Glück?

00:26:31: Nein, da braucht natürlich ein Lachen aus.

00:26:35: und ich sage auch noch gesagt... als Nachfolger antreten für Bundespräsident.

00:26:43: Wie heißt denn auch mal?

00:26:45: Frank Walter Steinmeier, der muss ja jetzt aus Bellevue raus das ist natürlich nicht so toll.

00:26:49: wenn sie Bundespräsident wäre dann können Sie direkt in einem Funktionsbau wo ist das im Moabit glaube ich mich anziehen.

00:26:57: Dann lieber Bundeskanzler hat man noch mehr entscheiden.

00:27:02: Sie hatten schon gesagt dass So kamen sie dann überhaupt nach Berlin, dass sie von der Kohlregierung Delegiert wurden ans Ostberliner, also an das Landwirtschaftsministerium der DDR in Berlin Karlsforst.

00:27:17: Was haben Sie da erlebt?

00:27:18: Wie wurden sie empfangen?

00:27:19: und vor allem was war denn genau Ihr Auftrag?

00:27:23: Also wieder nach die Wahl vom XVIII März war vorbei.

00:27:30: Ja und dann habe ich einen Brief geschrieben als Landswirtschafts-Ministerium in der DDR weil es SPD geführt war.

00:27:39: Und als Auswert heran, Markus Meckel.

00:27:42: Braucht ihr einen so wie mich?

00:27:46: Ich hab das und das gemacht.

00:27:49: Da

00:27:50: war ich innerhalb von vier Wochen im Landwirtschaftsministerium in Karlshorst.

00:27:54: Was sollten Sie da

00:27:55: auch?

00:27:58: Die Umwandlung der LPGs ... mit Begutachten und gucken, wie man das in die Europäische Union eingliedern kann.

00:28:07: Also für die jüngeren Zuhörer muss ich vielleicht noch mal sagen LBG war eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft.

00:28:14: Große Landwirtschaftliche Kollektive in der DDR?

00:28:17: Nicht nur landwirtschaftlich sondern auch große Forstverwaltungsgebiete usw.

00:28:23: Das alles in so ein neues System einzuführen.

00:28:31: Die Bonner wussten im Grunde nicht, wie man oder was man machen soll.

00:28:36: Wie wandelt man eine kommunistische Kommando-Wirtschaft in eine Kapitalistische um?

00:28:44: Und die sind dann ins Archiv gegangen und haben geguckt, Die Saarland, denn eingegredet war siebenfünfzig.

00:28:54: Wobei das Saarlands nicht kommunistisch waren?

00:28:56: Ja,

00:28:57: aber ich sagte nicht ganz.

00:29:02: Und dann haben die so ein bisschen Vergleiche gezogen und da haben Sie die Treuhand lief natürlich nicht genauso.

00:29:13: Aber das war der Ursprungsgedanke wie man sich lehrte...

00:29:19: Aber sie wurden freundlich aufgenommen.

00:29:22: Es war nicht so, jetzt kommt er besser und erklärt uns die Welt?

00:29:25: Nein!

00:29:27: Ich war auch sehr vorsichtig.

00:29:29: Als ich im Zug nach Ostberlin fuhr... ...ich dachte stundenlang wie machst du

00:29:36: das?!

00:29:36: Das ist ja eine so fremde Welt.

00:29:40: Und dann sagte ich erstmal zuhören.

00:29:42: Erst mal gucken, wie die Leute leben oder was da sich als Problemen und Knoten bilden, die man schützen muss.

00:29:53: Und ich dachte, ich war nämlich fünf Jahre an der Botschaft in New Delhi Anfang der siebzehnten Jahre.

00:29:59: Ich dachte das machte genauso wieder damals dich an die indische Gesellschaftpolitik ran geschlichen.

00:30:08: Das war so der Der Ansatz, mit dem ich dahin gegangen bin.

00:30:13: Die wurde freundlich aufgenommen.

00:30:15: Es gab allerdings mit Förstern ... Mit den Försttern hatte ich ein bisschen Ärger.

00:30:20: Bei irgendeiner Demo wollten mich typen was weiß ich zwei Meter groß verprügeln weil sie schrien.

00:30:29: Ich sah eine Stasi Fritze, weil ich ein bißchen wässimäßig gekleidet war.

00:30:34: und

00:30:35: Stasi-Fritzen waren wässimäßig gekleidet?

00:30:38: Nein, hatten die den Eindruck.

00:30:39: Ich hatte

00:30:41: eine gelbe Rose an und irgendeine Jacke und Schlips ... Und die dachten, das sieht nicht so aus wie ein Ossi!

00:30:53: Aber meine Kollegen aus dem Ministerium haben mich sofort geregt und gesagt, nein, es ist ein Wessi.

00:30:58: Barmloser

00:31:00: Wessil.

00:31:01: Also in Ihrem Positionspapier habe ich den Satz gelesen, und da zitiere ich jetzt nochmal.

00:31:09: Nach meiner Ansicht ist das Vereinte Deutschland heute an dem Punkt angelangt, an dem man die Einheit des Zusammenwachsen von Ost- und West durch neue Akzente beleben sollte.

00:31:19: Was schwebt Ihnen davor?

00:31:22: Ich finde dass wir diese Zusammenarbeit nicht so richtig zusammengewachsen sind, zu sehr auf uns und unserer Moral festklemmen.

00:31:40: Wir haben die friedliche Revolution, das ist doch ein wahnsinniger Grundstein um einen ganz neuen Staat aufzubauen.

00:31:52: Die Belgier freuen sich, die Niederländer, die Franzosen freuen sich und alle sagen Mensch!

00:32:00: Die haben ihre blöde Vergangenheit über Bord geworfen.

00:32:04: Und diese friedliche Revolution, die spielt sich nicht wieder in der Bundespolitik noch in der Berliner Politik.

00:32:13: Im Gegenteil hat man sogar den Ahnock, dass es wieder so ein bisschen auseinander driftet?

00:32:17: Letztes Jahr haben sie fünf, dreißig Jahre Berliner Mauerfall gefeiert.

00:32:24: Ja, neunten November ist etwas da los, die Friedliche Revolution ist doch... Der große Einschnitt, der in der Ost- und West zusammengebracht hat.

00:32:34: Der diese ganze Bedrohungslage aufgelöst hat.

00:32:38: Europa lebte doch auf und sagte jetzt haben wir den ewigen Frieden!

00:32:44: Und wo wurde das gefeiert?

00:32:45: Ausgerechnet im Saarland also an dem Ort, der ein bisschen arbeitete von dem eigentlichen Ort des Geschehens weg war.

00:32:51: aber... Weil dieses Land auch schon noch mal wieder vereinigt wurde mit dem Reich, wie man im Saarland war, also mit dem Rest der Bundesrepublik.

00:33:01: Das ist angemessen.

00:33:02: aus dem Rotiert das halt immer.

00:33:04: aber in der Tat für thirty-five Jahre hätte man sich auch ein bisschen was anderes vorstellen können.

00:33:08: Wir haben nur eine Frage zum Schluss.

00:33:10: am zwanzigsten September stellt sich bekanntlich hier in Berlin der von Ihnen heraus geforderte Kai Wegner zur Wahl.

00:33:19: Kann er trotz Kritik, die sie an ihm artikuliert haben mit ihrer Stimme rechnen?

00:33:24: Ja.

00:33:25: Die Wahlen sind geheim!

00:33:27: Ich dachte hier verraten Sie es trotzdem.

00:33:30: Sie sind geheimer, aber sie müssen nicht geheimgehalten werden.

00:33:32: Es steht jedem offen zu sagen für wen er stimmt.

00:33:34: Ich bleibe geheim.

00:33:36: Sie bleiben Zuhause oder?

00:33:37: Und gehen gar nicht zur Wahl.

00:33:41: Herr Wickert, ich danke Ihnen für das Gespräch und Ihnen liebe Zuhörerinnen.

00:33:44: zu der Danke Ich Für Ihr Interesse.

00:33:46: Cicero Podcast finden Sie auch künftig auf allen bekannten Podcast-Plattformen Und natürlich auf

00:33:59: Cicereau.de.

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