Bayer. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU): „Landwirtschaftspolitik ist auch Sicherheitspolitik"

Shownotes

Die bayrische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber ist eine Freundin deutlicher Worte. Im Cicero-Podcast mit Volker Resing erklärt die CSU-Politikerin, was sie an der Berliner Politiker stört, was sie über Veganer denkt - und was das Lieblingsgetränk der Bayern ist.

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Inhalt Podcast:

06:00 "Es geht nicht darum, was einzig und allein eine SPD will oder einzig und allein eine Union will, sondern es geht darum, was braucht das Land, um jetzt wieder Fahrt aufnehmen zu können? Wirtschaftspolitisch und auch sozialpolitisch. Und all die Reformen, die jetzt anstehen, die muss man diskutieren, die brauchen wir auch. Und ich habe da natürlich ein bisschen Respekt wie alle anderen auch davor. Aber ich denke, diese Reformbereitschaft hört man ja in der Bürgerschaft schon. Die Menschen sagen ja selbst, die Bürger sagen ja selbst zu uns ganz offen, macht doch endlich was. Wir gehen ja sowieso, wir sind bereit, einen Weg mitzugehen. Aber er muss gut erklärbar sein, er muss gut händelbar sein und er muss am Ende des Tages die Ergebnisse liefern, dass tatsächlich, und das ist das, was ich im Einstieg gesagt habe, dass wir alle miteinander ordentlich und gut und gerecht und sozialverträglich wieder gut miteinander umgehen und leben können." (Michaela Kaniber)

11:22 "Der zweite Punkt ist natürlich, dass aktuell die weltpolitische Lage alles andere als ruhig ist. Deswegen finde ich es auch richtig, dass wir die äußere Sicherheit stärken und die Verteidigungspolitik in dem Fall auch absichern. Aber niemand, niemand spricht tatsächlich über die zivile Verteidigung. Und da geht es nämlich auch darum, dass wir die Menschen in unserem Land versorgen müssen. Und nicht nur die Menschen unserem Land. Wenn tatsächlich der Bündnisfall eintreten würde, dann müssen wir ja auch die Streitkräfte versorgen. Ich will da keine Kriegsrhetorik pflegen, ganz im Gegenteil. Aber wir müssen einfach gewappnet sein und wir neigen ja dazu, in Deutschland immer alles wahnsinnig gut zu planen und bis wir mal in die Pötte kommen, ist der Fall vielleicht schon eingetreten." (Michaela Kaniber)

16:16 "Aber im Endeffekt, also wenn ich da ein Fazit ziehen darf, auch nochmal zu mehr Mercosur, es ist eigentlich ganz einfach: Wenn wir weiter den Wohlstand in Deutschland verlieren, dann wird am Ende des Tages auch das Geld fehlen, um Premiumprodukte aus Bayern kaufen zu können oder aus Deutschland. Und deswegen braucht es solche Handelsabkommen und wenn wir jetzt nicht getan hätten, mit Verlaub, wenn dieses größte Handelsabkommen mit 740 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten nicht abgeschlossen hätten, dann hätten es andere Staaten dieser Welt gemacht und ich will jetzt nicht unbedingt behaupten, dass es vielleicht dann besser geworden wäre." (Michaela Kaniber)

27:43 "Ich durfte mal mit dem Professor Hirschhausen, durfte ich mich mal auf einem Podium auseinandersetzen und er hat mich dann ein Stück weit provoziert, indem er gesagt hat, jeder Kunde, der ein Steak kauft, sollte eigentlich an der Ladentheke einen 5-Liter-Eimer Gülle mit nach Hause nehmen. Und ich drehe das jetzt einfach mal um. Jeder, der gerne veganes Essen kauft, sollte eigentlich mal fünf Liter Gülle mitbringen, damit wir dieses Essen auch düngen können. Oder was wollen wir eigentlich? Es geht um die Wertschöpfung, aber auch um diese Wirtschaftskreisläufe in der Landwirtschaft, für die wir Verständnis haben müssen." (Michaela Kaniber)

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00:00:01: Es geht nicht darum, was Einzige und Allein eine SPD will oder Einzig und Alleine eine Union will.

00:00:07: Sondern es geht darum, Was braucht das Land um jetzt wieder Fahrt aufnehmen zu können?

00:00:12: Wirtschaftspolitisch und auch sozialpolitisch.

00:00:15: und all die Reformen, die jetzt anstehen, muss man diskutieren.

00:00:18: Die brauchen wir auch Und ich habe dann natürlich ein bisschen Respekt wie alle anderen auch davor.

00:00:24: Aber Ich denke diese Reformbereitschaft hört man ja in der Bürgerschaft schon.

00:00:29: Die Menschen sagen ja selbst, die Bürger sagen ja selber zu uns.

00:00:32: ganz offen macht es doch endlich was.

00:00:35: Wir gehen sowieso bereit einen Weg mitzugehen aber er muss gut erklärbar sein und er muss am Ende des Tages die Ergebnisse liefern.

00:00:46: das ist das was ich im Einstieg gesagt habe dass wir alle miteinander ordentlich und gut und gerecht und sozial verträglich wieder gut umgehen und leben können

00:00:58: sagt Michaela Kaniba.

00:01:00: Cicero Politik, ein Podcast von Cicereau das Magazin für politische Kultur.

00:01:06: Herzlich willkommen zum Ciceropodcast-Politik heute mit einem Gast der in batreichen Heil aufgewachsen ist.

00:01:14: Das liegt an einem hinteren Zipfel von Deutschland.

00:01:17: Salzburg ist da um die Ecke und nach München sitzt eineinhalb Stunden.

00:01:22: Ich begrüße die bayerische Landwirtschaftsministerin und Vorsitzenden der deutschen Landwirtschaftsministerkonferenz, Michaela Kanibau von der CSU.

00:01:31: Die uns vom Lebensgefühl auf dem Land erzählt und den Problem dort, die so weit weg sind von der Berliner Politikblase.

00:01:40: Herzlich willkommen, Michaella Kanibauer!

00:01:42: Vielen Dank!

00:01:43: Mein Name ist Volker Rehsing.

00:01:44: ich leite das Ressort Berliner Republik bei Cicero.

00:01:49: Ich bin auch ländlich aufgewachsen im Münsterland was wiederum ganz weit weg ist Reichenhall.

00:01:54: Aber Frau Ministerin, Sie leben in bayerisch-domain einem kleinen Ort an der israelischen Grenze.

00:02:02: Welches Thema besorgt die Menschen denn dort gerade besonders?

00:02:06: So weit weg von Berlin?

00:02:08: Ich glaube dass es tatsächlich keinen Unterschied gibt ob man im bayerische gemeinen lebt oder in berlin.

00:02:15: alle treibt die sorge um wie's weitergeht.

00:02:17: wir haben geopolitische auseinandersetzungen die alle umtreiben das sich spürbar macht im täglichen Leben.

00:02:23: Das Leben wird immer teurer und dann ist es letztlich egal, wo man erlebt ist.

00:02:28: Es treibt alle das selbe Gedankengut um die große Sorge wie geht's in Deutschland weiter?

00:02:34: Und wie können wir eine Entlastung schaffen dass die Menschen gut und gerne in Deutschland leben bleiben?

00:02:39: Also sind die Menschen im Bayerischen Gemeinden genauso begeistert von der Bundesregierung wie hier in Berlin.

00:02:45: Zumindest die aktuellen Zuschriften zeigen da sie mehr als besorgt sind.

00:02:49: ja

00:02:50: Was läuft falsch in Berlin?

00:02:52: Es ist natürlich schon so, dass man kann nicht zaubern.

00:02:56: Niemand hat eine Glaskugel und kann wissen wie der Krieg im Iran weitergeht.

00:03:02: Der Aggressor mit Russland auf die Ukraine wird auch nicht besänftigt.

00:03:08: Man sagt immer so schön es sind nicht unsere Kriege aber am Ende des Tages bleiben unsere Probleme.

00:03:15: Und es ist tatsächlich so, dass vieles versucht wird auf den Weg zu bringen.

00:03:20: Nur ist es spürbar nicht beim Bürger.

00:03:22: Man kommt's nicht gleich an!

00:03:24: Und ich möchte ein Beispiel geben, was finde ich sehr wichtig war wirtschaftspolitisch.

00:03:29: Dass man sagt, man möchte den Unternehmen Anschub verleihen.

00:03:33: Man hat die Sonderabschreibungen eingeführt aber wann wirken sie denn tatsächlich in den Buchführungspapieren?

00:03:41: In der Bilanzierung kommt das Ganze dann erst zwei Jahre später eigentlich zur Wirkung und zum Niederschlag.

00:03:48: und deswegen ist diese Wartezeit so schwierig es bis dahin auch durchzuhalten auszuhalten.

00:03:54: und während dem wir auf Abschreibungsmodelle schlussendlich in der Wirkung warten, haben wir alle im Alltag zu tun mit erhöhten Energiepreisen steigenden Kosten bei den Arbeitslöhnen.

00:04:09: Und es ist natürlich wird nicht einfach und die Bürokratie kommt obendrauf und deswegen so lange nicht spürbar hier eine Entlastung eintritt befürchte ich werden die Menschen im Land auch nicht ruhiger.

00:04:21: Nicht ruhiger, das ist ein gutes Stiefwort.

00:04:23: Ich finde es interessant in Ihrer Biografie, dass Sie ja so ein bisschen mit Amtresen aufgewachsen sind.

00:04:29: also Ihre Eltern stammen aus Jugoslawien hatten eine Gastwirtschaft.

00:04:33: sie haben schon früh da geholfen.

00:04:35: Haben Sie denn da sozusagen bei den Leuten?

00:04:39: habe ich etwas für die Politik gelernt?

00:04:42: In dieser Erfahrung, dass das Politik nicht so abgehoben sein darf von den normalen Leuten, die am Stammtisch sitzen.

00:04:50: Also ich denke, es war damals natürlich noch vermehrt.

00:04:53: Stammtische sind leider auch nicht mehr das was sie früher mal waren ja dadurch dass sich einfach die Zeiten geändert haben.

00:05:01: aber eins hat sich nie geändert man muss den Leuten einfach nur zuhören und dann im besten Fall es hinbekommen dass man auch auf politischer Ebene auch wenn man in einer Koalition steht dass man dann auch ordentliche Ergebnisse bringt Und ich finde, es darf niemand verharren.

00:05:18: Ich bringe jetzt gerne ein Beispiel, warum mir diese Zeit so Sorgen bereitet – wenn man Parallelen suchen will zu der Weimarer Zeit?

00:05:27: Dann ist es ja nicht so, dass damals gänzlich eine schlechte Politik gemacht worden wäre!

00:05:33: Aber dieser konsensuelle Ansatz war nicht mehr möglich und das war eigentlich der Zeitpunkt, als wirklich linke und rechte Mächte übernommen haben.

00:05:42: Und hier Druck ausgeübt haben.

00:05:44: und da sieht man bedauerlicherweise aufgrund der wirtschaftspolitischen Lage die wir in Deutschland gerade erfahren schon auch parallelen und deswegen verstehe ich manchmal nicht warum wir uns noch schneller noch besser auf Berliner Ebene verständigen können und einfach mal einsichtig sind.

00:06:00: es geht nicht darum was einzig eine SPD will oder einzig und allein eine Union will, sondern es geht darum was braucht das Land um jetzt wieder Fahrt aufnehmen zu können.

00:06:12: Wirtschaftspolitisch und auch sozialpolitisch.

00:06:14: und all die Reformen die jetzt anstehen muss man diskutieren.

00:06:17: die brauchen wir auch und ich habe da natürlich ein bisschen Respekt wie alle anderen auch davor.

00:06:23: aber ich denke diese Reformbereitschaft hört man ja in der Bürgerschaft schon.

00:06:28: Die Menschen sagen ja selbst, die Bürger sagen ja selber zu uns.

00:06:31: ganz offen macht es doch endlich was.

00:06:34: Wir gehen sowieso bereit einen Weg mitzugehen aber er muss gut erklärbar sein und er muss am Ende des Tages die Ergebnisse liefern.

00:06:45: das tatsächlich und das ist das was ich im Einstieg gesagt habe dass wir alle miteinander ordentlich und gut und gerecht und sozial verträglich wieder gut miteinander umgehen und leben können.

00:06:57: Frau Kaniver, es sind seit acht Jahren Landwirtschaftsministerin.

00:07:01: Ein Element dieser Reform ist die Haushaltskonsolidierung und die Zuckersteuer.

00:07:07: Ist das denn jetzt der richtige Weg mit neuen Steuern hier zu sanieren?

00:07:11: Und dann auch noch mit so einer Steuer, die ja dann auch der Landwirtschaft möglicherweise Probleme macht weil hier wieder sozusagen regulierend eingegriffen wird?

00:07:22: Also ich habe da ganz eine klare Haltung.

00:07:24: Ich werde meine Meinung dazu auch nicht ändern, natürlich erscheint es eine Kompromisslage in Berlin zu sein die man dann zu akzeptieren hat.

00:07:32: Glücklich bin ich darüber nicht nur damit wir uns verstehen.

00:07:36: Also Zuckersteuer, ich habe es deswegen lange Jahre abgelehnt weil ich ehrlicherweise finde dass das kein klassisches Lenkungsinstrument ist.

00:07:48: Ich bleibe dabei.

00:07:49: wir haben in Bayern zum Beispiel mit Ernährungsbildung wahnsinnig viel erreicht.

00:07:53: Wir haben eine Ernährungsstudie bekommen im letzten Jahr die ganz klar nachweist dass die Menschen immer weniger süße Erfrischungsgetränke konsumieren.

00:08:03: Das ist ein gutes Beispiel, die Menschen trinken gerne Wasser.

00:08:07: Man will es gar nicht glauben und das ist das erste und haupte und lieblingsgedrängte Bayernes Wasser – Nicht Bier!

00:08:12: Also man will mir gar nicht glauben.

00:08:17: Ja aber man sieht dass der gesundheitliche Aspekt durchaus ankommt.

00:08:21: Wir haben an Großbritannien gesehen.

00:08:23: Die haben wir die Zuckersteuer eingeführt und das Thema Adipositas ist nicht merklich zurückgegangen, ganz im Gegenteil.

00:08:29: Und deswegen bin ich nicht so glücklich.

00:08:32: und wenn ich zum Thema Landwirtschaft komme möchte ich auch eine sehr deutliche Sprache sprechen.

00:08:36: Das sind die Argumente der Bauern sofort berechtigt ja?

00:08:39: Wir haben starke Zuckerproduzenten, wir haben starKE Zuckerrübenanbauer, die wir natürlich auch bewahren und behalten wollen.

00:08:47: da könnte ich jetzt ein bisschen Sorge nehmen weil wir in Bayern uns da wirklich auf den Weg gemacht haben auch innovativ zu arbeiten.

00:08:54: Und ich könnte sagen, na ja gut wenn ihr den Zucker nicht mehr an große Getränkehersteller verkaufen könnt dann werden wir in Zukunft Spritzfolie mit euch produzieren oder Tüten aber halt keine Plastiktüten sondern aus dem Rohstoffzucker maximal biologisch abbaubar.

00:09:12: Es wird sich wiederwitz, es werden sich neue Wege finden.

00:09:14: Aber ob's das jetzt wirklich so gebraucht hat?

00:09:17: Im Endeffekt, was habe ich jetzt gelesen?

00:09:19: die Zahl?

00:09:20: Vierhundertfünfzig Millionen Euro, die man sich damit erhofft ja muss man schaut und die Frage ist natürlich auch wie die Umgehung dann stattfindet wenn dann das Süßungsmittel nicht mehr Zucker ist sondern irgendwelche Sacherine die irgendwie chemisch produziert werden.

00:09:34: also Leute ich weiß nicht ob das tatsächlich der Weisheit letzter Schluss war

00:09:40: Wir kommen nicht umhin.

00:09:41: In Berlin wird dann immer gesagt, die CSU hat ja auch ihre komische Mütterrente gekriegt.

00:09:46: Also war das so sinnvoll jetzt nochmal mit einer neuen Sozialleistung bei der Mütternnte so stark in die Ausgabensaite zu gehen?

00:09:56: oder verteidigen Sie das?

00:09:58: Ich verteide das zu tausend Prozent, weil ich selber Mutter bin von drei Töchtern.

00:10:02: Und ich finde es einfach nicht gerecht dass eine Mutter die vor nineteen zwei und neunzig ihre Kinder geboren hat dann eigentlich nicht den Anspruch hätte ja das ist nicht fair und deswegen stehen wir dazu und finden das einfach nur richtig und wichtig.

00:10:16: vor allem trifft es hier auch Leute mit unter einer Generation darstellen die dieses Land auch mit aufgebaut haben in viel schwierigeren Zeiten übrigens als es wie heute erleben.

00:10:26: Wir sind beim Ziel zur Europatkarstpolitik mit Michaela Kannebar, Landwirtschaftsministerin.

00:10:32: Und es ist ganz interessant dass Frau Kanneba jetzt... Dass sie jetzt sozusagen auch zu Krisenbekämpfigungsministerinnen werden und ich finde das ganz spannend, dass Sie gesagt haben die Bauern sind die stärksten Soldaten.

00:10:48: Das müssen wir uns glaube ich erklären.

00:10:49: was ist los?

00:10:51: Was soll das bedeuten?

00:10:52: Ich darf vielleicht gleich einsteigen, weil ich da natürlich geschimpft wurde.

00:10:56: Das war im Dezember zwanzig fünfundzwanzig.

00:10:58: Ich habe auf einer großen Bauernversammlung in Bayern gesagt.

00:11:01: Ich hab einfach nur darauf hingewiesen.

00:11:03: wissen Sie warum?

00:11:05: Wir geben aktuell eine Billion Euro aus für Verteidigung und für Infrastruktur was sich beides für richtig und wichtig halte.

00:11:13: Wir reden über die innere Sicherheit, dass wir eine starke Polizei brauchen.

00:11:17: Und wir wollen auch einen inneren Frieden haben.

00:11:19: und eine innere Sicherheit, das stellt niemand überhaupt in Frage.

00:11:23: Der zweite Punkt ist natürlich, dass aktuell die weltpolitische Lage alles anders als ruhig ist.

00:11:28: Deswegen finde ich es auch richtig, dass wird die äußere Sicherheit stärken und die Verteidigungspolitik in dem Fall auch absichern.

00:11:36: Aber niemand!

00:11:37: Niemand spricht tatsächlich über die zivile Verteiligung Und da geht es nämlich auch darum, dass wir die Menschen in unserem Land versorgen müssen.

00:11:48: Wenn tatsächlich der Bündnisfall eintreten würde, dann müssen wir ja auch die Streitkräfte versorgn.

00:11:56: Ich will keine Kriegsrhetorik pflegen ganz im Gegenteil aber wir müssen einfach gewappnet sein und wir neigen dazu in Deutschland immer alles wahnsinnig gut zu planen und bis wir mal in die Pötte kommen ist der Fall vielleicht schon eingetreten.

00:12:10: Deswegen war es für mich wichtig, einfach zu sensibilisieren.

00:12:13: Auch zu mahnen und so sagen wir geben eine Billion aus also in fünfhundert Milliarden für die Verteidigung Und ich mir fehlt da die Unterstützung der Rückenwind Für die Sicherung der Ernährungssovereinität in Deutschland.

00:12:28: Das müssen wir noch mal erklären.

00:12:30: Also warum ist die Ernährungs-Souveränität gefährdet.

00:12:36: Das muss man da erstmal

00:12:37: nicht

00:12:38: gern machen, wir fahren durch Bayern, sehen überall Teile, Bauernhöfe und glückliche Kühe – was ist los?

00:12:45: Also

00:12:46: es ist tatsächlich so und wir haben herausragend gute und starke Versorgung gerade, nicht nur in Bayern sondern ganz Deutschland.

00:12:53: aber das muss auch so bleiben!

00:12:55: Und jetzt schauen wir wieder über den Tellerrand hinaus.

00:12:58: Russland trotz Kriegstätigkeit produzieren sie auf Teufelkommen raus.

00:13:02: Die werden auch dieses Jahr weiter ihre Urproduktionen von Getreide und so weiter in die Höhe schrauben.

00:13:08: Wir schauen nach China, China hält aktuell achtzehn Prozent der Weltbevölkerung und hält aber fünfzig Prozent des weltweiten Getreideverkommens zurück.

00:13:16: Beim Mais sind sogar siebzig Prozent!

00:13:19: Und jetzt stelle ich Ihnen mal eine Frage.

00:13:20: Glauben Sie dass diese beiden großen Länder wirklich eine Fürsorge für Europa tragen würden wenn wir nichts mehr zu essen hätten?

00:13:29: Ich glaube nicht.

00:13:30: Und deswegen muss Europa wach werden, Europa muss hellwach bleiben in der Frage der Urproduktion und es geht nicht nur um den Wirtschaftspolitischen Wettbewerb.

00:13:41: da gehört die Landwirtschaft eben auch dazu.

00:13:44: Die Ernährungssouveränität muss gesichert sein.

00:13:47: wir müssen uns selbst ernähren können.

00:13:49: und eins ist auch klar Russland und China tun sich leicht, die spielen genau mit den Urprodukten auf dem Weltmarkt.

00:14:00: Wir können etwas auf den Markt werfen müssen sie aber nicht und können damit natürlich auch neue Flüchtlingsströme auslösen.

00:14:06: Okay wir müssen das erst mal erklären.

00:14:08: wie viel?

00:14:09: ich hätte jetzt erstmal so gedacht naja also unsere Lebensmittel kommen größtenteils aus Deutschland und vielleicht wird noch ein bisschen Fleisch importiert.

00:14:18: Wie ist die Laude anders?

00:14:20: Ich möchte Ihnen die Versorgungsgrad mal für Bayern sagen.

00:14:22: Wir sind tatsächlich stark, also gerade im Bereich Milch und Käse.

00:14:26: Wir haben zum Beispiel einen Versorgungskrad von dreihundertfünfzig Prozent beim Käse bei dem Rindfleisch und bei der Milch, also das ist schon mal sehr stark.

00:14:39: Aber schauen wir mal zu Obst- und Gemüse da wird es schon wieder schwächer.

00:14:42: Ja beim Gemüsen sind wir bei siebenunddreißig Prozent und beim Obst sind wir beim Sechs...

00:14:46: Also das heißt nur siebendreessig Prozent des Gemüses, das in Bayern verspeist wird, kommt aus Bayern?

00:14:52: Genau!

00:14:52: Alles andere wird importiert.

00:14:54: Da muss man natürlich

00:14:55: prima politisch machen.

00:14:57: freien Welthandel wollen.

00:14:58: Wir machen jetzt mit Merkursuren Freie Netzabkommen und wenn die Brasilianer günstig Hähnchen anbieten, dann kaufen wir es dort und das Steak aus Argentinien ist sowieso sehr lecker also Wollen Sie zurück in eine Selbstversorgung?

00:15:18: Wie sieht es mit Mercosur aus, ist das eine Gefahr für die

00:15:20: Bayern?

00:15:21: Ja, Handel ist ja nie eine Einbahnstraße.

00:15:23: Wir profitieren natürlich davon auch und deswegen war ich ja einer der Ersten und vielleicht sogar eine lange Zeit am Anfang, also sogar die einzige, die das öffentlich als Landwirtschaftsministerin vor den bayerischen Bauern und den deutschen Bauern verteidigt hat dieses Mercosuurabkommen.

00:15:38: Ich war auch in Argentinen, habe mich da auch informiert steht dazu und glaube auch, dass es für uns wirtschaftspolitisch ganz klar entscheidend ist das wir dieses Abkommen haben.

00:15:48: Aber eins ist auch klar wenn die geopolitische Lage immer schwieriger wird ja man sieht ja wie schnell Lieferketten brüchig werden oder direkt abreißen was machen würden wenn das Fleisch hier nicht mehr ankommt?

00:15:59: Oder die Eier oder oder oder?

00:16:02: Und deswegen bin ich der feste Überzeugung Wir müssen schon in erster Linie erstmal auf uns auch schauen.

00:16:08: Und ich bin auch der Überzeugung, dass sich natürlich im Markt und im Handel auch die Türen für Bayern öffnen.

00:16:13: Auch für die bayerische Landwirtschaft im Übrigen.

00:16:15: aber im Endeffekt also wenn nicht ein Fazit ziehen darf noch mal zu mehr Kursur ist es eigentlich ganz einfach Wenn wir weiter den Wohlstand in Deutschland verlieren dann wird am Ende des Tages auch das Geld fehlen um Premium Produkte aus Bayern kaufen zu können oder aus Deutschland Und deswegen braucht es solche Handelsabkommen.

00:16:34: Wenn wir jetzt nicht getan hätten mit Verlaub, wenn wir dieses größte Handelabkommen mit siebenhundertvierzig Millionen Konsumentinnen und Konsumenten nicht abgeschlossen hätten dann hätten das andere Staaten dieser Welt gemacht und ich will jetzt nicht unbedingt behaupten dass es vielleicht besser geworden

00:16:51: wäre.

00:16:52: Okay also Mercosur ist richtig weil auch den Wirtschaftsstandort stärkt bessere Exportmöglichkeiten.

00:16:59: Aber es führt natürlich dazu, dass man sich spezialisiert und die ganze Bandbreite der Ernährungssicherheit wirklicherweise nicht garantiert.

00:17:07: Also die Niederländer zahlen das, glaube ich, Abfragprämien für Bauernhöfe weil sie sagen wir wollen nicht in eine Landwirtschaft subventionieren.

00:17:16: bei einem Welthande müssen wir nicht die Landwirte subventioniren.

00:17:19: Sie sagen jetzt aber wir müssen stärker unsere Landwirche unterstützen damit wir in der Breite auch produzieren.

00:17:28: Wir haben tatsächlich einen Zukunftsvertrag geschrieben mit unseren Bayerischen Bauern, da war es mir persönlich ganz wichtig dass wir die Souveränität und diese Versorgungsgrade auch in Zukunft sichern.

00:17:39: und da wo wir schwach sind wie zum Beispiel bei Obst und Gemüse dann müssen wir noch etwas mehr machen Ehrlicherweise ein neues Mindset.

00:17:49: Ich will Ihnen eine Beispiele geben, wenn Sie in Deutschland, in Bayern was bauen wollen und das sei es nur ein Gewächshaus – ja?

00:17:56: Das ist vielleicht sogar noch positiver behaftet als ein Nutztierstall!

00:18:02: Dann heißt's immer Ohne, nee-nee-nee wie auf der grünen Wiese Ohne vor meiner Haustür?

00:18:06: auf keinen Fall.

00:18:08: Wir brauchen hier auch einen Umdenken.

00:18:09: wir brauchen die U-Produktion vor Ort.

00:18:11: wir wollen uns selbst versorgen können weil wir eben nicht wissen wie sich vielleicht die weltpolitische Lage in Zukunft auch weiter zuspitzt oder sogar eskaliert?

00:18:21: Das bedeutet aber, dass die europäische Politik nach Ihrer Meinung sich ändern muss.

00:18:25: Dort ist doch ein Zurück zur Natur in Anführungsstrichen das Credo, das sozusagen Nutzfläche zurückgebaut wird.

00:18:36: Verstehst du also richtig?

00:18:37: Sie wollen sozusagen eigentlich eine Rückkehr zu mehr Landwirtschaft.

00:18:43: Also bitte nicht falsch interpretieren, wir haben es verhindern können dass die Flächenstilllegungen aus Europa diese vier Prozent das konnten wir abwenden, die sind nicht gekommen was ich auch richtig fand.

00:18:54: warum?

00:18:55: Ich zeige Ihnen ein ganz einfaches und gutes Beispiel Wir haben in Bayern hundert eintausend landwirtschaftlicher Betriebe Und davon, jeder zweite Landwirt macht tatsächlich oder lebt und bewirtschaftet zu auf jedem dritten Hektar den er hat Agrar mit Agrarumweltmaßnahmen.

00:19:18: Das heißt ganz einfach also die Urproduktion von Lebensmitteln ist gegeben aber der Umwelt- und Naturschutz wird nicht vergessen.

00:19:26: Also für uns es ist ganz wichtig dass wir beides machen können.

00:19:30: Wogegen wir uns verwehren, ist zum Beispiel die neue Wiederherstellungsverordnung der Europäischen Kommission.

00:19:36: Die halten wir für wirklich falsch weil sie zum einen nicht berücksichtigt was in den einzelnen Mitgliedstaaten schon ein Klimaschutz passiert und was noch viel schlimmer ist dass wir so extreme Auflagen bekommen aber offenbar keinen Ausgleich dafür bekommen soll.

00:19:52: Also unsere Bauern werden immer mehr mit Artenschutz, Naturschutz konfrontiert das heißt es mindert natürlich ein Stück weit dann auch die Produktionsaktivität und auf der anderen Seite sollen sie aber dafür nicht entlastet also monetär finanziell entlasted werden.

00:20:08: Das geht so nicht und da halte ich es doch wieder mit einem Bayerischen Ansatz wer zahlt, schafft an und wer nicht zahlen kann.

00:20:13: Liebes Europa sollte sich mit solchen Vorlagen einfach zurückhalten.

00:20:18: Zumal Europa uns bis heute nicht erklären konnte in welchen Zustand will man denn die Natur wiederherstellen?

00:20:24: In welche Zeit denn wollen wir?

00:20:27: in die Zeit zurück vor der Industrialisierung oder wohin wollen werden?

00:20:32: Und das halte ich ehrlich gesagt für ein Problem.

00:20:35: Mit den Biobauern haben sie sich auch angelegt weil Sie da bestimmte Förderungen gekappt haben.

00:20:40: Ich hatte gedacht, vielleicht sind gerade Biobauern in Deutschland besonders wettbewerbsfähig.

00:20:44: Weil sie ja hochpreisige Sachen produzieren.

00:20:47: was?

00:20:48: Was ist Ihr Ansatz?

00:20:49: Warum sind Sie da kritisch bei der Förderung...

00:20:52: Ich habe klassisch nicht gekürzt, das möchte ich ausdrücklich sagen.

00:20:56: Nur war ein Programm so überzeichnet und wir haben allein dafür hätten wir über dreißig Millionen Euro gebraucht und in Zeiten von knappen Kassen ist es nicht ganz so einfach.

00:21:08: aber es war ein anderes Argument auch Europasack zum Beispiel.

00:21:13: wenn sie gewisse Ziele erreicht haben dann kann man da nicht noch weiter draufsatteln und auch da würde ich gerne eine Zahl in den Raum werfen.

00:21:20: Hundertzwanzig Millionen Euro pro Jahr unterstützen wir die bayerischen Biobauern, also ein Drittel aus dem Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm erhalten zwölf tausend Bauern in Bayern.

00:21:33: Also die konventionellen Bauen beschweren sich da auch nicht ja?

00:21:36: Wir wollen das Bio.

00:21:38: relevant ist dass sie eine ganz klare große Rolle spielen aber von Kürzung kann wahrlich nicht die Rede sein.

00:21:49: Ich bin immer noch ganz fasziniert von Ihrem Ansatz sozusagen, dass Landwirtschaftspolitik auch Sicherheitspolitik ist und umfassend gesehen werden muss.

00:21:59: Und ich glaube da muss das bei uns im Mindset sich noch mal reinsekern.

00:22:04: so richtig Ich sehe immer noch die blühenden Landschaften in Bayern, ich habe noch nicht so ganz verstanden.

00:22:10: Es geht

00:22:10: beides.

00:22:12: Warum Sicherheit?

00:22:12: Und da gibt es ja eine Parallele, die Sie nochmal gezogen haben um das nochmal deutlich zu machen und vielleicht können wir darüber nochmal reden.

00:22:19: also sie sagen Wir haben in der Energieversorgung das Problem gehabt dass wir uns zu abhängig gemacht haben in einer Grasvorsorge etwa von Russland und da sagen sie Das darf uns nicht nochmal passieren.

00:22:34: Genau das ist der Punkt.

00:22:35: Genau das ist der Punkt.

00:22:36: Wir haben einmal leidvoll erlebt, was es bedeutet abhängig zu sein und ich halte es ehrlich gesagt gerade bei der Ernährung für einen ganz zentralen Punkt.

00:22:46: wir reden immer von diesen drei Säulen in der Sicherheitsarchitektur Und das ist nun mal innere äußere Sicherheit aber eben auch der Zivilschutz und die zivile Verteiligung und deswegen braucht eine starke Landwirtschaft und Ich zitiere sehr ungern.

00:23:00: Aber selbst Friedrich der Große hat das mal gesagt selbst die...

00:23:06: Auch hier in Berlin können sie den gerne zitieren, der wird doch gerne gehört.

00:23:10: Wie in der Kartoffel und so.

00:23:11: Ja aber er hat tatsächlich mal gesagt und er hat wirklich mal sehr deutliche Worte gefunden, hat geschrieben und ausgedrückt.

00:23:21: Selbst die Tapferste Armee wird schwach wenn der Nachschub fehlt und damit war nicht die Munition gemeint.

00:23:27: Okay und wo würden Sie sagen sind wir da im Moment?

00:23:31: Also was die Abhängigkeit angeht also Wie abhängig sind wir denn schon von Nahrungsmitteln important?

00:23:39: Können wir uns noch selber ernähren oder droht es, dass wir das nicht mehr können.

00:23:45: Nee, nee.

00:23:46: Also wir sind tatsächlich in der Resilient Food System im Index von über sechzig Ländern bewertet worden und da ist Deutschland auf Platz sieben.

00:23:55: Ich finde, da können wir uns sehr gut sehen lassen.

00:23:57: Da geht es tatsächlich um so Themenbereiche die dann auch bewertet werden wie Bezahlbarkeit, Verfügbarkeit Qualität und Sicherheit Und ich finde, das ist ein sehr schönes Zeichen.

00:24:07: Dass Deutschland diese Kraft hat sich selbst zu versorgen.

00:24:11: im Kontext, im europäischen Kontext heißt es aber auch dass wir wirklich aufeinanderschauen müssen uns auch gegenseitig unterstützen müssen und das sollten wir natürlich mit einem guten und starven Binnenmarkt.

00:24:23: Aber wir dürfen nicht vergessen was andere große Länder dieser Welt machen.

00:24:26: Ich habe neulich ein Gespräch im Netz mir nochmal angeschaut, wo sie mit jungen Landwirten, Bäuerinnen und Bäuern gesprochen haben.

00:24:35: Und ich war beeindruckt wie optimistisch die eigentlich sind.

00:24:43: Die wollen investieren.

00:24:44: Was fehlt den jungen landwirtenden um auszubauen?

00:24:52: in ihre Betriebe zu investieren.

00:24:55: Was ist das, was für ein Hemmeschul liegt Berlin diesen jungen Landwärten?

00:25:02: Also ich glaube, dass wir uns mit den Programmen in Bayern sehr gut aufgestellt haben.

00:25:06: Wir investieren aktuell wirklich sehr viel sind knapp achtzig Millionen Euro.

00:25:11: also die wird tatsächlich für diesen investiven Bereich jährlich zur Verfügung stellen.

00:25:16: Sie müssen sich das so vorstellen.

00:25:17: In der Größenordnung öffnet in Bayern jeden Tag ein Tierwohlstall und deswegen natürlich sind die Zeiten nicht einfach.

00:25:25: aber Ich sehe auch da genau die Wahrnehmung, wie Sie sie jetzt gerade beschrieben haben.

00:25:30: Wir haben tolle Bauernhöfe und tolle junge Menschen, die wirklich etwas tun wollen.

00:25:34: Das Einzige ist eine stetige Verunsicherung!

00:25:37: Wir haben in den letzten Jahren immer wieder erlebt, auch während der Ampel Hüh und Hot.

00:25:42: Kastenstand bei den Schweinen und dann wird das beklagt mit einer Namen-Kontrollklage.

00:25:47: Dann müssen die Bauern wieder umbauen und dann wollen wir da wieder mehr Tierwohl und dann werden tausend Probleme angesprochen.

00:25:54: Was die Menschen brauchen ist Verlässlichkeit und Planbarkeit – Planungssicherheit!

00:25:59: Und wir haben es festgeschrieben im Koalitionsvertrag die mir persönlich auch als Landwirtschaftsministerin einfach zu langsam gehen.

00:26:07: Wenn was festgeschrieben ist, wenn etwas ausgemacht ist zwischen zwei Koalitionspartnern, dann setzt es halt einfach um.

00:26:14: Also ich bin dann selber auch so ungeduldig und denke mal das gibt's ja nicht!

00:26:17: Weil wenn heute ein Landwirt oder eine Landwirtin eins, zwei, drei, vier Millionen Euro für einen Stall ausgeben, dann wollen sie vor allem eins, zwanzig Jahre Ruhe haben – Bestandsschutz für das, was Sie gebaut haben, für das was Sie investiert haben.

00:26:33: Und das brauchen wir, das ist festgeschrieben, zwanzig Jahre Bestandsschutz.

00:26:37: Deswegen würde ich mich sehr freuen wenn die Bundesregierung uns dieses große Geschenk für die Landwirtschaft machen würde.

00:26:44: Dafür sind Sie ja gerade in Berlin und für den Zizero-Podcast sind sie in Berlin.

00:26:49: Ich wollte gerne mit Ihnen nochmal über diese Glaubenskriege sprechen.

00:26:53: Also tatsächlich ist ja Landwirtschaft und Ernährungspolitik wie kaum ein anderes Feld so im Kulturkämpfer auch versteckt Und ich würde gerne mal wissen, wie Sie das erleben.

00:27:06: Also Fleisch oder Keins, Bio oder nicht-Bio?

00:27:11: Wie erleben Sie denn diese Kämpfe und wo stehen sie da?

00:27:15: Bei mir ist ja tatsächlich so – ich darf wirklich auf keine Geburtshochsfeier gehen, auf keine private.

00:27:20: Es dauert wirklich keine fünf Minuten!

00:27:24: Dann erzählt mir die erste Veganerin am Tisch, dass sie ebenso lebt.

00:27:29: Ganz ehrlich, habe ich das nur nie gemacht.

00:27:30: Dass ich irgendwo hingehe auf eine Geburtstagsfeier und habe jedem erzählt, dass ich gerne Fleisch esse.

00:27:34: Das wird man dann spätestens beim Essen sehen – aber!

00:27:38: Aber ich finde es auch nicht in Ordnung.

00:27:40: Und deswegen braucht's hier eine Bewusstseinsbildung.

00:27:43: Ich durfte mal mit dem Professor Hirschausen auf einem Polium auseinandersetzen.

00:27:50: Er hat mich dann ein Stück weit provoziert, indem er gesagt hat, jeder Kunde Der ein Steak kauft, sollte eigentlich an der Ladentheke einen fünf Liter Eimer Gülle mit nach Hause nehmen.

00:28:01: Und ich drehe das jetzt einfach mal um.

00:28:04: Jeder, der gerne veganes Essen kauft , sollte eigentlich mal fünf Liter Gülle mittbringen damit wir dieses Essen auch düngen können.

00:28:12: oder was wollen wir eigentlich?

00:28:14: Es geht um die Wertschöpfung aber auch um diese Wirtschaftskreisläufe in der Landwirtschaft für die wir Verständnis haben müssen.

00:28:21: Jetzt schauen Sie mal nach Bayern.

00:28:23: Ein Drittel unserer Landesfläche ist Grünland.

00:28:28: Was sollen wir mit dieser Wiese tun?

00:28:31: Und dann reden wir auch immer über diesen CO-II Fußabdruck und ich bin so dankbar, dass wir einen sehr prominenten Unterstützer bekommen haben der gesagt hat.

00:28:42: die Kuh ist kein Klimakiller an.

00:28:45: das ist nämlich der Ehrenvorsitzende des Bund Naturschutz der Professor Weiger und es hat mir so imponiert weil man tatsächlich das zulassen muss, diese Diskussion.

00:28:55: und wir müssen uns da auch in die Breite aufstellen und erklären warum es nicht schädlich ist Fleisch zu essen ein gesundes Protein nicht künstlich erzeugt im Gegensatz zum manch einem chemischen Ergänzungs-Nahrungsmittel.

00:29:11: Und das ist mir ganz wichtig und ich glaube diese Diskussionen muss man führen mit der Jugend an den Schulen und auch hier wirklich erklären.

00:29:21: Schau uns, wir haben aktuell eine Energiekrise.

00:29:23: Wir haben auch eine Düngemittelkrise, weil der Dünger wahnsinnig teuer geworden ist.

00:29:29: Hätten wir unsere Nutzierhaltung in Deutschland nicht?

00:29:33: Dann hätten wir fünfzig Prozent des notwendigen Düngers eben nicht Vorräte im Land.

00:29:38: also man muss fast dankbar sein In diesen Zeiten.

00:29:42: ich will es jetzt mal hart ausdrücken aber da wird...

00:29:45: Also was Sie jetzt gerade sagen sehr viel Sie sind ja zanell.

00:29:52: Das bedeutet, dass das Brot gar nicht vegan ist, weil der Weizen mit Gülle gedüngt ist und mein Kartoffelauflauf auch nicht vegan, weil die Kartoffeln mit Gülligedüngte sind.

00:30:09: Wir haben da keine veganes

00:30:11: Gemüse.

00:30:11: Kann ich es so jetzt gar nicht sehen?

00:30:12: Es ist doch den Magen gelaufen eines Tieres, aber deswegen ... Der misst trotzdem eigentlich vegan.

00:30:20: Aber ich will jetzt mal bezweifeln, dass irgendein chemischer Dünger gesünder ist als die Gülle, der sich da biologisch wieder abbaut.

00:30:29: Haben Sie denn schonmal einen veganen Schnitzel probiert?

00:30:32: Bedaulicherweise hat mich eine große deutsche Tageszeitung mal an einem Oktoberfesttag zu einer veganen Weißwurst gezwungen und da habe einen unfassbaren Schätzdarm erlebt in den sozialen Netzwerken, weil ich es wirklich nicht probieren konnte.

00:30:53: Es hatte so einen komischen Geruch und die Konsistenz – und ich habe das gesehen – und es ist nicht an der Nase vorbeigekommen bis zum

00:31:01: Mund.".

00:31:03: Also Sie haben drei Tschechter, haben sie gesagt?

00:31:06: Ja!

00:31:06: Schert Ihnen da einer aus der Linie aus, was die Mutter so vorgibt?

00:31:10: oder sind alle Fleischesserinnen?

00:31:13: Also ich gebe gar nichts vor, ja.

00:31:15: Aber die haben natürlich ihre Vorlieben.

00:31:18: also eine Tochter ist tatsächlich so dass sie weniger Fleisch isst mehr süß speisen aber auch sehr viel Gemüse und Obst.

00:31:27: aber ich würde sagen die Familie Carniber ist was ihr schmeckt und vor allem sehr ausgewogen.

00:31:34: Auch bei uns ist es so wenn man Fleisch gegessen hat das wir uns auch mal freuen wenn einfach etwas gemüsiges salatiges und auch was Vegetarisches auf dem Test steht.

00:31:45: Also, was ist da Ihre Leibspeise?

00:31:48: Aber im vegetarischen Bereich meinen Sie?

00:31:50: Bei

00:31:50: beiden!

00:31:52: Im Fleischbereich?

00:31:53: Also naja wir essen schon, also ich persönlich esse ja gerne einen Spanferkelbraten mal aber beim vegetarischem bin ich eigentlich überall dabei, also ob das mal Käselspitzel sind, ob es ein schöner Salat ist... also dort bin ich für alles offen.

00:32:10: Ich isst wirklich fast alles gerne, außer Rosenkohl.

00:32:15: Außer Rosenkohol?

00:32:16: Das ist ja spannend.

00:32:18: Nicht so gern!

00:32:19: Gut also ich meine sie sind ja auch bei den Landwirtschaftsministern in Deutschland im Moment an der Spitze.

00:32:27: wie ist denn da die Debatte?

00:32:30: Haben Sie denn einhofft dass diese Kulturkämpfe da langsam abäben oder ist das immer noch voll im Gange?

00:32:39: Nein, das hat sich natürlich gewandelt aufgrund der Tatsache dass wir jetzt aktuell zehn schwarze Minister haben.

00:32:47: Also es war zu der Zeit als ich begonnen habe, da waren wir tatsächlich drei Schwarze Minister und Julia Glockner als Bundesministerin.

00:32:56: Dann hat sich das Blatt ja gewendet, dann kam Cem Özdemir und in den Bundesländern hat sich es tatsächlich gedreht.

00:33:06: Wir haben sehr gute Beschlüsse gefasst aber auch mit den Stimmen der anderen Staatsministerinnen und Senatoren, die jetzt nicht unbedingt der Unions... Bücher tragen.

00:33:19: Aber wir sind da wirklich.

00:33:20: bei der letzten Agrarministerkonferenz in vielen Bereichen, haben wir große Schritte gemacht, gute Kompromisse und das war mir immer wichtig dass ich gesagt habe auf bayerischen Boden sollten wir schon auch klare Botschaften senden für die deutsche Bauenschaft.

00:33:34: Ich würde gerne einmal noch zurück in ihre Heimatregion und die politische Stimmung dort hatten ja gerade auch Kommunalwahlen.

00:33:43: wie ist denn bei Ihnen vor Ort die Stimmung, was den politischen Ränder angeht.

00:33:50: Das strategische Dilemma der Union ist dass sie an DSPD gekettet ist weil sie eine Brandmauer nach rechts errichtet

00:34:00: hat.

00:34:03: Ist das für die Zukunft haltbar?

00:34:05: Dass man die in die eine Seite nicht bereit ist zu gesprechen Richtung AfD oder müsste es auch besprechen mit der AfD geben?

00:34:16: Also ich kann nur für mich persönlich sprechen aus Bayern heraus, also auf keinen Fall.

00:34:21: Wenn man sieht wie hier gearbeitet wird, man muss sich nur im Bayerischen Landtag auch mal die Reden anhören Ich finde es wirklich ermüdend erschöpfend dass jedes Thema und sei es noch soweit weg vom Thema der Migration genau dafür verwendet wird.

00:34:37: ja Es ist wirklich schwierig und ich halte es Tatsächlich menschlich, also als unterirdisch.

00:34:45: Solange es Anträge gibt aus den AfD-Fraktionen heraus dass man Menschen mit Handicap vielleicht wieder registrieren sollte ist eine Gesprächsbereitschaft bei minus minus null eben gar nicht gegeben.

00:34:58: und die sind so weit weg von einem demokratischen Bild Das eigene Land so niederzusprechen und niederzureden in jeder, in jeder Landtagsdebatte.

00:35:12: Man sieht wie viel Haster eigentlich für das eigene Land da ist ja?

00:35:19: Wie soll man es ausdrücken?

00:35:20: Wie viele Verherrlichungen eigentlich für andere autokratische Staatsmänner?

00:35:23: Und das erleben Sie auch in Ihrem Bereich, in der Landwirtschaftspolitik?

00:35:28: Jeden Tag!

00:35:30: Selbst wenn zum Beispiel Anträge zum Schlachthof kommen, dann diskutiert da ein AfD-Abgeordneter über halalgeschlachtetes Fleisch und dass man das alles nicht haben will.

00:35:40: Und wie auch immer.

00:35:41: Also es geht immer... also man merkt die Diskussion geht über die Niere durch den Magen und immer in das Herz und immer das Thema Migration.

00:35:49: Und trotzdem bleibt das Problem, dass dann die Union ... Man sieht ja im Bund so an die SPD gefesselt ist, mehr durchsetzen kann, als ihr eigentlich zustellt.

00:36:02: Ja und das ist genau der Punkt, der auch in der Bevölkerung ja gesehen wird und ich kann nur hoffen dass man sich wirklich mit einem gesunden Menschenverstand an dem orientiert was die Menschen unserem Land brauchen.

00:36:16: Und was ist ein Mittel dagegen?

00:36:18: Im Ostdeutschland geht es um Dorfkneifen.

00:36:23: Auch im Rheinland-Pfalzischen Wahlkampf hat der SPD-Kandidat dafür geworden, Dorfknipen zu reaktivieren.

00:36:30: Ich vermute das ist in ihrem Heimatregion noch nicht nötig oder?

00:36:35: Naja einen Wirtschaftssterm haben wir natürlich auch ja aber die Frage ist immer woran liegt es?

00:36:41: Und ich sage es Ihnen ganz offen.

00:36:42: Ich bin ja als Wirtstochter aufgewachsen und da muss man sich schon auch manchmal die Frage stellen, was hat man alles erlaubt und möglich gemacht?

00:36:47: Auf der einen Seite – ich bringe jetzt ein ganz banales Beispiel!

00:36:50: Wenn Sie sich mal anschauen wie wir Gott sei Dank auf der anderen Seite haben aber natürlich immer eine Konsequenz wenn wir Vereinsleben würdigen und stärken.

00:36:59: Und wir unterstützen vom Freistaat Bayern oder auch über Liederprojekte, über europäische Fördertöpfe zum Beispiel den Zusammenschluss von Vereinen und sagen dann es ist wunderbar dass wir das Ehrenamt leben!

00:37:11: Wir wollen ein gemeinsames Vereinshaus haben, ein Vereinsheim.

00:37:15: da ist die Dracht der Drachtenverein dabei und die Musikabelle ist dabei und im besten Fall noch die schützen und dann gehen sie dahin und bauen irgendwann einen Kuschang auf Und dann gibt es da halt das Bier für ein Euro zwanzig und nicht mehr beim Wirt für drei Euro achtzig.

00:37:30: Also dieses Wirtshausterben ist auch ein Teil davon, dass wir auf der einen Seite Ehrenamt unbedingt unterstützt haben Und die Leute aber dann auch dort feiern, weil wenn der Vereinsvorstand seinen fünftigsten oder sechzigsten Geburtstag feiert.

00:37:43: Dann geht er heute nicht mehr ins Wirtshaus sondern in den Vereinsheimen.

00:37:46: Früher war es Gang und Gebe!

00:37:48: Dass die Trachtenübungen, die Bauerntheater, das haben wir alles in den Wirtshäusern.

00:37:53: Das ist nicht mehr der Fall.

00:37:55: Es hat sich natürlich auch das Konsumverhalten beim Alkohol verändert.

00:37:59: Ich kann mich erinnern als Kind und Jugendliche... Unsere Stammtische, das sind die Männer am Freitag-Mittag bei uns eingezogen und am Sonntagabend ausgezogen.

00:38:08: Die waren halt nicht zu Hause!

00:38:09: Das würde heute eine Frau natürlich nicht mehr dulden.

00:38:12: Also es hat sich alles ein bisschen... Ja, das glaube ich nicht.

00:38:17: Aber es ist tatsächlich, sagt sich einfach, einiges verschoben und deswegen sollte man schon darauf schauen dass wir Ich sage mal, einer der sympathischen Sozialräume.

00:38:27: Weil ihr alles zusammenkommt ist ein bayerischer Biergarten oder eben ein bäerisches altes Traditionsgasthaus und wir reden immer über Trinkultur, über Esskultur.

00:38:36: Es geht um Genuss.

00:38:37: es geht nicht darum dass wir irgendwelche Dinge exzessiv betreiben wollen Aber das wollen wir nicht verlieren.

00:38:42: natürlich, deswegen war es uns wichtig die sieben Prozent Mehrwertsteuer auch zu bringen.

00:38:47: Sie sehen, die Bundesregierung hat auch tolles geleistet.

00:38:51: Natürlich mit vollem Nachdruck durch Markus Söder.

00:38:55: aber wie gesagt ja es gibt auch tolle Beispiele in der wir wirtschaftspolitisch unterstützt haben.

00:39:02: Das ist großartig dass wir an diesem Podcast doch noch den bayerischen Ministerpräsidenten mitnahmen erwähnen.

00:39:08: Damit haben wir einen wunderbaren, großen Bogen geschlagen.

00:39:11: Michaela Kandebar, Landwirtschaftsministerin in Bayern zu Gast bei uns im Cicero-Podcast Politik.

00:39:17: auch in Berlin gibt es ganz schöne Biergärten.

00:39:19: ich hoffe sie schauen sich die mal an und ich danke ganz herzlich dass Sie hier waren für diesen Podcast.

00:39:25: Michaella Kannemar schön dass Sie da waren!

00:39:27: Es war mir eine außerordentliche Ehre.

00:39:29: Herzlichen Dank für das Gespräch.

00:39:30: viel Dank auch an die Zuhörerinnen und Zuhörer.

00:39:34: Das war der Cicere Podcast Politik Alle Cicero folgen des Podcasts und alle weiteren Angebote auf den bekannten Podcast-Plattformen.

00:39:47: Und auf cicero.de.

00:39:49: Vielen Dank!

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